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Wo kauf ich welches Brautkleid?

Für die Braut spielt das Brautkleid bei der Hochzeit die größte Rolle – natürlich neben dem Zukünftigen ;) .
Schließlich möchte Frau einmal in Ihrem Leben wie eine Prinzessin aussehen. Und wie immer im Leben sind auch bei Brautkleidern die Geschmäcker unterschiedlich.

Für viele Bräute stand früher fest: ein Brautkleid muss weiß sein! Inzwischen ist dieser alte Brauch überholt, nicht nur deshalb weil der eigentliche Sinn (Jungfräulichkeit) meist nicht mehr den Tatsachen entspricht. Das kann aber auch an rein optischen Gründen liegen, weil weiß eben auch blass macht. Daher gibt es heutzutage nicht nur weiß, sondern auch ivory (elfenbein), champagner und zahlreiche andere Farben. Farblich kombiniert werden die Kleider aktuell auch mit kräftigen Farben, wie z.B. schwarz oder bordeaux.

Wie soll mein Brautkleid aussehen?

Manche Frauen mögen ein Kleid mit Schleppe. Eine Schleppe sieht sehr gut aus, macht das Kleid zu etwas Besonderem. Aber man sollte auch bedenken, dass man die Schleppe am Tag der Hochzeit ständig mit sich zieht oder trägt. Je nach Stoff kommen da ein paar Kilogramm zusammen. Leichter hat man es dann, wenn die Schleppe abnehmbar ist. Allerdings ist ein Kleid mit abnehmbarer Schleppe auch wesentlich teurer als eines mit angeschnittener Schleppe.
Soll man sich ein einteiliges Kleid kaufen oder lieber einen Zweiteiler aus Rock und Corsage? Soll das Kleid schlicht sein oder reichlich bestickt und verziert? Soll es ein Kleid in A-Linie sein oder lieber im Meerjungfrauen-Stil (Fishtail)? Oder lieber im Empire-Stil, Duchess-Stil (Princess) oder ein Etuikleid? Das muss jede Braut für sich selbst einscheiden oder sich ausführlich beraten lassen.

Wo soll ich mein Brautkleid kaufen?

Der klassische Anlaufpunkt für den Kauf eines Brautkleides ist natürlich das Brautmodenfachgeschäft. Und dazu zählt ganz sicher nicht die Brautabteilung in irgendeinem Kaufhaus. Im Brautmodenfachgeschäft bekommt man eine gute Beratung und aktuelle Modelle. Im Internet finden sich ebenfalls gute OnlineShops mit schönen Brautkleidern zu erschwinglichen Preisen. Ob das Kleid letztendlich gefällt oder nicht, kann man innerhalb der Widerrufsfrist feststellen und entscheiden. OnlineShops, welche kein Rückgaberecht (Widerrufsrecht) anbieten, sollten Sie meiden. Gute OnlineShops für bieten außerdem eine telefonische Hotline, an der man sich zum Brautkleid beraten lassen kann.
Seit einiger Zeit gibt es auch OnlineShops, welche direkt von China aus betrieben werden. Die Betreiber dieser OnlineShops bieten in schlechtem Deutsch nachgeschneiderte Designer- (als Maßkonfektion) für einen Bruchteil des Geldes an, welches man für das Originalkleid bezahlen müßte. Dies tun Sie meist auch noch unter Verwendung der Originalbilder des echten Herstellers. In puncto Raubkopien hat man dort halt keine Skrupel. Wenn Sie wirklich dort kaufen wollen, sollten Sie u.a. die folgenden Dinge mit beachten:

  • Die Versandkosten für Brautkleider aus China liegen nicht selten bei 50-100€.
  • Brautkleider werden erst geschneidert, wenn Sie Ihre Bestellung aufgegeben haben. Dadurch sind lange Lieferzeiten von bis zu 6 Monaten einzurechnen.
  • Eine Lieferung aus China muss verzollt werden. Meist werden die Brautkleider vom Versender als “Geschenk” deklariert. Wenn Sie Glück haben, wird es nicht bemerkt. Fliegt es aber auf, wird es vom deutschen Zoll nicht akzeptiert und ist Zollbetrug. Dies kann strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Wenn Sie Pech haben, bleibt Ihr Brautkleid beim Zoll hängen und Sie dürfen es dort selbst abholen.
  • Wer ein Brautkleid aus China über eine deutsche Plattform kauft, der hat natürlich Anspruch auf alle deutschen Verbraucherrechte wie z.B. die Rückgabe innerhalb von 14 Tagen. Aber erstreiten Sie dieses Recht mal mit einem Anbieter, der mehrere Tausend Kilometer entfernt ist. Außerdem werden die Brautkleider fast nur als Maßkonfektion angeboten und für diese haben Sie kein Rückgaberecht. Sie haben also bei Bestellung das Kleid nur auf einem Bild gesehen und dürfen es nicht zurückgeben!
  • Die Kleider sind fast immer billige Kopien von teuren Designer-Brautkleidern. Daher kann der deutsche Zoll das Brautkleid als Fälschung einstufen (und das ist ja auch zutreffend)  und diese werden bekanntlich beschlagnahmt. Das Design eines Marken-Brautkleids ist geschützt. Unter Umständen können da erhebliche rechtliche Probleme auf Sie zukommen.
  • Und was ist, wenn das Kleid Ihnen nicht gefällt? Sofern der chinesische OnlineShop das Kleid zurücknimmt, müssen Sie es auf Ihre Kosten zurücksenden. Nach China! Und wird die Rücknahme verweigert, haben Sie ein teures Andenken an einen Versuch, etwas Geld zu sparen.
  • Thema Maßkonfektion: Was ist, wenn Sie zwar die Maße vorgegeben haben und das Kleid trotzdem nicht passt? Sicher haben Sie sich vermessen, das kann nicht falsch geschnitten sein…
  • Thema Sprache: auch wenn der OnlineShop in (schlechtem) Deutsch ist, so muss die Hotline in China dies nicht können (wissen Sie eigentlich, was ein Telefonat nach China kostet?), sondern spricht meist schlechtes Englisch.
  • Und wenn Ihnen dies auch noch kurz vor Ihrer Hochzeit passiert, haben Sie zum Tag der Tage kein Brautkleid.

Es gibt ganz sicher einige Bräute, die positive Erfahrungen mit dem Kauf eines Brautkleides direkt aus China gemacht haben. Aber es gibt ganz sicher auch einige Unglücksbräute, deren Erfahrungen mit dem Brautkleiderkauf sehr viel Nerven und Tränen gekostet haben. Wenn Sie wirklich vorhaben, Ihr Brautkleid in China zu kaufen, so machen Sie sich Gedanken, ob Ihnen die kleine finanzielle Ersparnis das Risiko und die eventuelle Enttäuschung auch wirklich wert sind.

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3 Kommentare für “Wo kauf ich welches Brautkleid?”

  1. Susanne sagt:

    Mist!
    Leider habe ich diesen Beitrag nicht vorher gelesen und habe in einem chinesischen Shop mein Kleid bestellt. War teures Lehrgeld! Ich habe zwar keinen Ärger mit dem Zoll bekommen, aber das Kleid was da kam war bestenfalls für eine Vogelscheuche zu verwenden. Trotz Maßanfertigung passt es überhaupt nicht, der ganze Schnitt ist total falsch. Der Stoff ist billig, scheint Futterstoff zu sein, jedenfalls kein Satin.
    Geiz ist halt nicht immer geil…

  2. Agnes sagt:

    Ich habe mein Kleid in einem OnlineShop aus China bestellt. Meine Maße musste ich dann angeben, obwohl ich ja nur eine “normale” Konfektionsgröße bestellt hatte und keine Maßkonfektion wollte (wegen Rückgaberecht). Das Kleid kam zum vereinbarten Termin auch an, doch es passte mir nicht. Das Material war anders und fühlte sich schrecklich an. Daher wollte ich das Kleid zurückgeben. Dies wurde mir aber verweigert mit dem Hinweis, dass ich ja eine Maßanfertigung bestellt hatte.
    Naja, das war das erste und letzte Mal, daß ich in so einem Shop gekauft habe.
    LG Agnes

  3. Regina sagt:

    Auch ich habe schon diverse Erfahrungen mit Brautkleidern aus China gemacht, allerdings nicht als Braut, sondern als Besitzerin eines Brautmodenfachgeschäftes. Immer wieder kommt es vor das Bräute ein paar Tage vor Ihrer Hochzeit ins Geschäft kommen und ganz dringend ein Brautkleid brauchen, weil das aus China bestellte Maßkleid nicht gekommen ist oder aber überhaupt nicht passt. Ich habe auch schon diverse dieser Kleider persönlich gesehen und man kann ein Kleid aus so einem Kauf wirklich nicht mit einem Brautkleid aus dem “normalen” Handel vergleichen. Man kann einfach keine qualitativ wertige Ware zu einem Preis von teilweise 1,– Euro plus Versandkosten herstellen, das ist nicht möglich. Sicherlich sind die Produktionskosten in China wesentlich geringer als in Europa, aber so billig kann man auch dort nicht mit Fachkräften arbeiten, hier nähen dann wohl eher ungelernte Kräfte oder Kinder. (Wie ich finde, kein besonders gutes Gefühl, bei meiner Hochzeit aufgrund von Kinderarbeit und Ausbeutung, ganz schlau gewesen zu ein und ein billiges Kleid im Internet gekauft zu haben, aber das ist ja eher Ansichtssache). In der heutigen Zeit werden fast alle aufwendig bestickten Brautkleider in China angefertigt, aber die großen Herstellerfirmen besitzen in China eigene Produktionsstätten, hier werden gewisse Sozialstandarts eingehalten und selbstverständlich auch andere Qualitätsansprüche an die Ware durchgesetzt. Auch das Lohnniveau ist inzwischen deutlich gestiegen. Leider ist es inzwischen fast nicht mehr möglich in Deutschland zu produzieren, auch dies ist eine Folge der Spirale für ein Produkt immer weniger zahlen zu wollen und gleichzeitig der Wunsch selbst immer mehr zu verdienen, leider bedeutet der Wegfall von deutscher Inlandsproduktion auch den Wegfall von deutschen Arbeitsplätzen, ist wohl ein gesamteuropäisches Problem, welches hier weder hingehört noch gelöst werden kann. Um noch mal auf die Kleider aus China zurückzukommen, ich denke die Braut, die zufrieden mit Ihrem Brautkleid aus Billigproduktion ist, hat in meinen Augen nur sehr niedrige Ansprüche und vielleicht einfach keinen Vergleich. Viele Bräute denken auch das ein Brautkleid im Fachgeschäft zu teuer ist, aber ich möchte hier mal zu bedenken geben, das die Ware die angeboten wird im Regelfall eine hochwertig produzierte ist und diese ist auch im Einkauf nicht billig, die Ware ist ordentlich verzolllt und diverse Steuern werden vom Einzelhändler auch noch abgeführt. Auch die Vorstellung von vielen Brautkleider verkaufen wäre der Traumjob schlechthin, sollte einen wohl kaum auf die Idee bringen das eine Verkäuferin im Brautmodeneinzelhandel umsonst arbeitet, nur weil es so toll ist. Im Durchschnitt werden für den Verkauf eines Brautkleiders ein Arbeitsaufwand von insgesamt 7 Stunden kalkuliert und ich habe das Gefühl das dies inzwischen schon nicht mehr reicht. Auch die Ware die in den Geschäften hängt muss finanziert werden, der Gedanke von vielen das sind alles nur Musterkleider und wenn diese nicht verkauft werden gehen sie zurück an den Hersteller ist nicht korrekt. Außerdem hat wohl jeder Einzelhändler auch günstige, reduzierte Vorjahresmodelle im Angebot, diese sind dann zwar nicht aus der laufenden Saison, aber es ist nun auch nicht so, dass sich die Mode im Brautmodenbereich jedes Jahr so sehr ändert, ganz abgesehen davon sind die meisten der Internetangebote aus China auch nur Kopien von Kleidern, die der Facheinzelhandel schon vor einigen Jahren in den Geschäften hatte.
    So das wars jetzt von mir, hab mich vielleicht an der einen oder anderen Stelle etwas zu sehr reingesteigert, aber das musste einfach mal gesagt werden, vielleicht liest es ja einer und denkt dann mal drüber nach.

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