Hochzeitstorte:
Das Anschneiden der Hochzeitstorte ist eine der ältesten Traditionen rund um die Hochzeit. Man geht davon aus, daß die heutige Hochzeitstorte direkt von einer Art Kuchen abstammt, der bei den Römern einen wichtigen Bestandteil der Hochzeitszeremonie bildete. Confarreatio hieß die Trauzeremonie, wörtlich übersetzt: gemeinsames Kuchenessen.
In England begann man schon vor vielen Jahrhunderten, für jede Hochzeit viele Torten zu backen. Die Torten wurden gestapelt, so daß sich ein hoher Turm bildete. Das Brautpaar mußte nun versuchen, sich über diesen Turm hinweg zu küssen. Wichtig war dabei, dass sie den Kuchenstapel nicht umstiessen – das wäre dem Kindersegen abträglich gewesen.
Holzstammsägen:
Ein Symbol, wie Paare im Eheleben Hindernisse bewältigen können, ist das Zersägen eines Baumstammes. Unter dem Motto “Gemeinsam sind wir stark” müssen die Brautleute entweder nach dem Standesamt oder nach der kirchlichen Trauung mit vereinten Kräften einen dicken Baumstamm zersägen. Die Freunde feuern zur Teamarbeit an.
Tanz unterm Schleier:
Die Trauzeugen oder andere Gäste halten auf der Tanzfläche den Schleier über das tanzende Brautpaar. Nun hat jeder gegen einen kleinen (oder großen) Obulus die Gelegenheit ebenfalls mit der Braut zu tanzen. Wer also Geld in den Schleier wirft, darf den augenblicklichen Tanzpartner abklatschen.
Die entführte Braut:
Freunde der Braut entführen diese in einem Augenblick an dem der Bräutigam unaufmerksam ist. Nun beginnt eine Tour durch die Gaststätten der Umgebung. Auf jeder Station nehmen die Entführer und die Braut ein Getränk zu sich. Sie hinterlassen beim Wirt ihre Anschrift (für alle Fälle) und ziehen dann zur nächsten Gaststätte. Sobald der Bräutigam die Entführung entdeckt, nimmt er die Verfolgung auf. Er muß überall die entstandenen Zechen begleichen. Wenn der Bräutigam die Entführungs-Gruppe in einer Gaststätte einholt, ist der Spaß zuende.
(Bitte die finanziellen Möglichkeiten des Paares nicht über Gebühr strapazieren!)
Brautschleier zerreißen:
Wenn das Brautpaar sich auch um Mitternacht noch auf der Hochzeitsfeier befindet, dann ist der Brautschleier für die unverheiratete Gemeinde zum Zerreißen freigegeben. Die Größe des jeweils ergatterten Stücks macht eine Aussage über die eigenen Heirats-Chancen. Das Brautpaar kann sich dieser Sitte entziehen, indem es sich rechtzeitig in die Hochzeitsnacht begibt.
Der Schleier wird in einer Zeremonie der Braut abgenommen und beide erhalten die Utensilien der Ehe:
Tüllhäubchen und Zipfelmütze
Dabei wird ein Gedicht verlesen, welches dem Set beiliegt.
Vaters Hochzeitsrede:
Dem Vater der Braut wird die ehrenvolle Aufgabe zuteil, am Hochzeitstag eine Rede auf das Brautpaar zu halten. Sicherlich lässt er es sich nicht nehmen, ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern.
Generell gilt: Die Rede soll nur fünf bis sieben Minuten dauern.
Ob er Brautpaar und Gäste mit witzigen Anekdoten unterhält oder die Rede mit kleinen Pannen aus der Vergangenheit ausschmückt, bleibt ganz dem Stil Ihres Vaters überlassen. Auf keinen Fall sollte er aber vergessen, den Schwiegersohn in der Familie willkommen zu heißen!
Strumpfband versteigern:
Dieses Ereignis wird von der Braut und dem Bräutigam gemeinsam angekündigt. Der Zeremonienmeister oder ein guter Freund des Brautpaares leitet die Versteigerung, geht mit einem Hut herum und sammelt das gebotene Geld von den Gästen ein. Geboten wird amerikanisch, d.h. jeder Bieter muss die Differenz vom alten zum neuen Gebot bezahlen, auch wenn er dann überboten wird. Der “Ertrag” der Versteigerung wird dann dem Brautpaar für die Haushaltskasse überreicht. Strumpfbänder dazu bekommen Sie hier.